Finnland
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Besuch in Finnland 
im Rahmen des Comeniusprojektes  
"Widening the Circle"
11.05.-15.05.2009


Beim 3. Treffen im Rahmen des Comeniusprojektes  "Widening the Circle" ging es vom 11.-15. Mai 2009 in das Pisa-Siegerland Finnland.

Deshalb flogen wir voller Spannung in das Land der unendlich vielen Seen und nicht enden wollenden Birkenwälder.

Das Treffen in Mittelfinnland (Jämsä) stand ganz im Zeichen des Themenschwerpunktes "Meine Schule". Jedes Teilnehmerland hatte hierzu ein Schulvideo über die eigene Schule angefertigt. Hierin wurden Schulumgebung, Klassenräume, Lehrer, Unterrichtsaktivitäten und Unterrichtsformen präsentiert.

In Finnland hatte jeder der angereisten Lehrer einerseits die Möglichkeit, in verschiedenen Klassen dem Unterricht beizuwohnen und andererseits in den Klassen den Schülern vom eigenen Land zu berichten.

Bei diesen Besuchen beeindruckte uns besonders die Ruhe und Gelassenheit der finnischen Lehrer, aber noch viel mehr die Disziplin und Ausgeglichenheit der finnischen Schüler.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Beobachtungen wollten wir natürlich so schnell wie möglich hinter das Geheimnis der finnischen Schulen kommen, die bei den PISA- Studien so hervorragend abgeschnitten haben.

Licht ins Dunkel brachte da ein Besuch an der Universität von Jyväskylä, wo uns Prof. Jouni Välijärvi die Ergebnisse der PISA-Studie detailliert erläuterte.

Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass das Geheimnis des Erfolges vor allem in einer frühzeitigen und individuell ausgerichteten Betreuung und Förderung der Kinder liegt.

Zum Beispiel besuchen 98% der Kinder den Kindergarten. Kinder ab 1 Jahr können den Kindergarten auch rund um die Uhr besuchen. In vielen Kleingruppen mit - zum Teil mehreren Erzieherinnen - werden die Kinder bei ihrem Entwicklungsstand abgeholt, ihre Stärken werden gestärkt und die Defizite aufgefangen.

Auch in den Schulen ist die Klassenstärke weit geringer als in Deutschland. Außerdem steht den Klassenstufen ein Assistenzlehrer zur Verfügung, der flexibel eingesetzt werden kann.

Ebenso existieren Förderklassen mit bis zu 5 Kindern und 2 Lehrern, in denen die Kinder je nach Bedarf tage- oder wochenweise individuell gefördert werden können.

Der Unterricht dauert in der Regel von 9 Uhr bis 15 Uhr und schließt ein gemeinsames Mittagessen in der Schulaula ein.

Darüber hinaus verfügen vor allem die neueren Schulen, wie die Vittikala-Schule, unsere gastgebende Schule , die erst 2005 erbaut wurde, über eine ausgezeichnete technische Ausstattung. Jeder Lehrer hat in seinem Klassenzimmer Laptop, sowie Visualisator und Beamer, um den Unterricht, auch mit Hilfe des Internets, zeitgemäß und aktuell gestalten zu können. Finnland scheint also – wenn wir vom Besuch der Vittikala-Schule verallgemeinern dürfen – deutlich mehr materielle und personelle Ressourcen in seine Schulen zu stecken.

Interessant ist auch, dass der Lehrerberuf in Finnland hoch angesehen ist. Nur 15 % der Studenten, die Lehramt studieren wollen, werden an der Uni aufgenommen (Eignungstest vor Beginn des Studiums). Eine staatlich angeordnete Kontrolle oder Schulaufsicht der Lehrer oder Schulleitungen scheint es nicht zu geben: Die Gemeinde ist für das Budget der Schule samt Personalkosten zuständig. Sie stellt den Schulleiter ein, der wiederum die Lehrer einstellt und auch den Bedarf an weiteren Lehr- oder Assistenzkräften der Gemeinde gegenüber vertritt. Dieses System lässt der Schule deutlich mehr Spielraum und überträgt Verantwortung. Vielleicht ein Grund für Finnlands Erfolg bei den Pisa- Untersuchungen!?

Am Nachmittag durfte auch das Kulturprogramm nicht zu kurz kommen, um Einblick in Land und Leute zu bekommen.

So besuchten wir unter anderem ein UNESCO- Weltkulturerbeobjekt in Petäjävesi - eine schmucke Stabkirche ganz aus Holz gefertigt.

Außerdem hatten wir die Gelegenheit eine Filzerei zu besuchen und bekamen so einen Eindruck vom Kunsthandwerk in Finnland.

Auch der Besuch einer Elchfarm und einer Rauchsauna am See mit anschließendem Abendessen in einer Holzhütte mit offener Feuerstelle stand auf dem Programm.

Hier einige Eindrücke aus Finnland

 

Bericht und Fotos: Iliane Högen - Petra Henz - Wolfgang Prechter

 

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