Hier ist der Gast König
Besuch im Bonnschlösschen

Februar 2009


Das "Hotel Bonnschlösschen"

"Wie werden eigentlich unsere ausländischen Comenius-Gäste untergebracht, wenn sie im März kommen?" Beim Besuch im Hotel Bonnschlösschen wollte sich unsere Klasse 3a überzeugen, ob sich die Lehrer aus Finnland, Irland, Nordirland und Österreich, die nach Bernau zu Besuch kommen, auch wohlfühlen werden. Schließlich hieß der Titel unserer ZIS-Recherche: Hier ist der Gast König!

Bei herrlichstem Winterwetter marschierten wir los. Das Hotel heißt nicht nur so, es sieht auch aus wie ein kleines Schloss. Martina Stolz empfing uns. Sie erzählte, dass das Haus nach Ferdinand Bonn, einem Maler und Schauspieler, benannt ist. Innen im Hotel sahen wir zuerst die Sauna und den neuen Wellnessbereich, wo man sich eine Massage geben lassen kann. Leider hatten wir dazu keine Zeit! Das Hotel hat überall schöne alte Möbel. Viele Bilder und Porträts, auch von Ferdinand und Addy Bonn, sind im Treppenhaus und den Gängen zu sehen. Insgesamt gibt es 23 Gästezimmer, jeweils mit Fernseher, Bad und Tresor, und eine Suite, bei der neben dem Schlafzimmer noch ein richtiges Wohnzimmer mit ganz vielen Büchern dabei ist. Es gibt sogar ein Zimmer mit Himmelbett, allerdings mit Ausblick auf den Friedhof. Von den anderen Zimmern und von der Terrasse hat man aber eine schöne Aussicht auf den großen Schlosspark und die Berge. Wir staunten nicht schlecht! Sandra wusste schon über vieles Bescheid, weil ihre Oma als Hausdame im Hotel arbeitet.


Martina Stolz beantwortete geduldig alle unsere Fragen.

Nun stellten wir viele Fragen, z. B.:

"Wie viele Menschen arbeiten hier?"
"3 Zimmermädchen und eine Hausdame."

"Was kostet für eine Person eine Nacht mit Frühstück?"
"Je nach Saison zwischen 47,- und 55,- €."

"Gibt es einen Schlossgeist"
"Nein!" (Sehr schade, fanden wir!) 

"Gibt es ein Schwimmbad?"
 "Nein!"

"Wie viele m² hat das Grundstück?"
"ca. 4000 m²."

"Darf man Haustiere mitbringen?"
"Leider nein."

Wie alt ist das Schloss? Wer hat es gebaut? Diese Fragen waren gar nicht so leicht zu beantworten und Frau Stolz erzählte uns die lange Geschichte des Hauses:

Das heute "Bonnschlösschen" genannte Haus war schon vor über 1000 Jahren ein "Viertelhof", der zur Herrschaft Hohenaschau gehörte. Seit 532 Jahren kann man die verschiedenen Besitzer nachverfolgen. Es wurde oft umgebaut und erweitert. 

Seinen heutigen Namen verdankt es Ferdinand Bonn (1861 – 1933), einem Maler und Schauspieler, der das Haus 1910 von seiner 2. Frau erbte und es zum Schlösschen umbauen ließ. Die vier Ecktürme sind seine Idee. Ferdinand Bonn hatte ein wildes Leben: Ein Säbelduell beendete seine Malerlaufbahn. Als Schauspieler feierte er große Erfolge, aber auch Misserfolge in München, Wien, Berlin und sogar New York. Später wurde er auch ein erfolgreicher Filmschauspieler. 1920 spielte er in einem Stummfilm, in dem auch Bernauer als Statisten auftraten, selbst den König Ludwig II.. Nach seinem Tod lebte seine dritte Frau, Ida Henrietta, genannt Addy, noch bis zum Ende des 2. Weltkriegs im Schlösschen, danach wurde ein Kinderheim daraus. 1965 erwarb die Gastwirtsfamilie Stolz das Anwesen und baute es zum Hotel aus.

 
So einen Unterricht könnten wir wirklich öfter haben!

Doch das Beste kam zum Schluss: Wir gingen zum "Alten Wirt", das andere Gasthaus der Familie Stolz, und wurden zum Frühstücksbuffet eingeladen. Es war sehr lecker, wir hatten alle großen Hunger und speisten wirklich königlich! Zum Schluss fragte unser Lehrer Herr Prechter: "Wer außer mir möchte gerne einmal im Hotel übernachten?" Da schossen alle Finger wie Raketen in die Höhe.

Auf dem Weg zurück zur Schule über die steile Kirchentreppe meinte Herr Prechter: "Wer oben bei der Treppe nicht mehr kann, hat zuviel gegessen." Doch als alle oben waren, stand Herr Prechter noch auf der Treppe und machte eine Pause. Er hatte aber eine gute Ausrede, weil er eine Schülermutter getroffen hatte.


Das Frühstücksbuffet war oberlecker!

 

 W. P.

 

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