Mein Körper ist mein Freund - ein präventiver Projekttag
"Kein Kind kann sich alleine schützen - 
Sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen"

07.05.2010

Ansprechpartner bei Missbrauchsfällen

In jüngster Zeit ist die Öffentlichkeit durch die Medien über Fälle von Machtmissbrauch in Form sexueller Übergriffe durch Priester, Sporttrainer und  Jugendbetreuer aufgeschreckt worden.

Der Beitrag der Schule, neben einem gesunden Vertrauensverhältnis, sollte sein, die  Kinder selbstbewusst und sensibel für bestimmte Situationen zu machen.

Dies sollte unter anderem im Rahmen einer speziellen Unterrichtseinheit geschehen.

Finanziert wurde die Präventivmaßnahme vom Förderverein der GS, vom Elternbeirat, von der Gemeinde Bernau und der Apothekerin Heidi Jungbeck. Herzlichen Dank !

Die Unterrichtseinheit Anfang Mai , sowie der vorhergehende Elternabend, wurde geleitet von Gudrun Gallin, Leiterin der "Fachstelle Prävention gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen", in Trägerschaft des "Frauen- und Mädchennotrufs Rosenheim" und ihrer Mitarbeiterin Christiane Bierner.

… und so offen schrieben die Mädchen und Jungen der Klasse 4b über den Präventionstag:

Vorsicht ist besser als Nachsicht !

Am letzten Mittwoch haben wir mit zwei Frauen vom Frauen- und Mädchennotruf, namens Gudrun und Christiane über das Thema sexueller Missbrauch gesprochen.

Zuerst durften wir erzählen, was wir darüber wussten oder gehört hatten.

Danach wurden Mädchen und Jungen getrennt. Das fanden wir alle sehr gut, weil wir da ganz offen das Thema diskutieren konnten, denn über das Thema spricht man ja nicht jeden Tag. Wir haben auch manchmal Wörter in den Mund genommen, obwohl sie uns sonst peinlich wären…

In dem Film "Mein Körper ist mein Freund" haben wir in verschiedenen Szenen, gespielt von 2 Schauspielern, erfahren,

*  dass wir auf unser Gefühl hören sollten,

*  was ein Erwachsener nicht mit Kindern machen darf und

*  wie man sich in solchen Situationen verhalten kann:

STOP ! oder NEIN !!- sagen, weglaufen und auf jeden Fall einer vertrauten Person das "schlechte Geheimnis" anvertrauen.

Hilfe bekomme ich bei Eltern, Freunden, Lehrern und der Polizei.

Wir konnten alle Fragen stellen, die uns auf dem Herzen lagen und die meisten davon wurden auch beantwortet.

Am Ende waren wir uns einig, dass wir viel dazugelernt hatten und dass wir den Vormittag jeder Klasse empfehlen können. Für den Fall der Fälle bekamen wir den SOS-Pass  "Ich weiß jetzt Bescheid", in dem noch mal alles Wichtige steht.

Was war mir an diesem Vormittag besonders wichtig ???

*  zu erfahren, warum manche Menschen so etwas Kindern antun: z.B. haben manche
    Täter als Kind selber so etwas erlebt oder sind psychisch krank und sie sind selbstsüchtig …

*  dass keiner das Recht hat, von mir Sachen zu verlangen, die ich nicht tun mag, z. B.
    jemanden an bestimmten Körperstellen anfassen oder sich dort berühren lassen

*  dass ich nun weiß, wie ich mich verhalten muss, sollte mir selbst mal so etwas passieren

*  dass ich gut aufpasse, dass ich über dieses Thema gut Bescheid weiß

Was war mir neu ??? ...

·         dass man keine Angst haben soll, es jemandem zu sagen, wenn einer "es" bei dir
          gemacht hat - denn dann kann er bestraft werden.

·         dass der sexuelle Missbrauch auch oft im Bekanntenkreis vorkommen kann

·         dass es doch mehr Kindern passiert, als man glaubt, sie es aber nicht erzählen

·         dass auch Erwachsene Opfer werden können

·         dass das Zeichen für die Frau  ♀ ist und das Zeichen für den Mann  ♂ 

·         dass die Scheide auch Vagina heißt

·         wann es zu weit geht

·         dass sexueller Missbrauch mit Gefängnis bestraft wird  


P. H.

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