Ehrenamtliches Engagement an der Grundschule Bernau
24.11.2014

Die ehrenamtlichen Patinnen (v.l.): Ingrid Patzschke, Angelika Eisfeld, Roswitha Witsch
Nicht auf dem Bild: Marlene Hesse, Barbara Peckert, Alexandra Schneider 

"Hallo Frau Hager!", ruft es schon von Ferne freudvoll durch den Gang. Gemeint ist jedoch nicht eine Lehrkraft der Grundschule Bernau morgens vor Unterrichtsbeginn, sondern eine Intensivierungskraft, die sich ehrenamtlich einmal pro Woche um eine kleine Schülergruppe der dritten Klasse kümmert. So wird hier gezielt im Fach Deutsch gefördert, wie auch in den anderen Klassen der Schule, denn es haben sich zusätzlich zu Karin Hager auch Roswitha Witsch und Brigitte Hartl bereit erklärt. Die Klassenlehrer sind dabei sowohl im engen Austausch mit den Eltern der betroffenen Kinder als auch mit den Intensivierungskräften, die durch diese Einheiten den laufenden Unterricht unterstützen oder auch Lücken schließen wollen.

Ergänzt wird dieses ehrenamtliche Engagement durch das Patenprogramm der Schule, das auch bereits im letzten Jahr erfolgreich lief. Kinder mit Lernblockaden, mit Migrationshintergrund oder etwaigen anderen Gründen, die das Lernen und Mitmachen in der Schule erschweren, finden hier in vertrauensvoller und ruhiger Atmosphäre einmal in der Woche Zeit und Raum ganz allein für sich mit Unterstützung eines erwachsenen Paten. Während beim erstgenannten Unterstützungssystem eher die Leistungsförderung im Mittelpunkt steht, sollen hier zwischenmenschliche Bande geknüpft und ein positives Verhältnis aufgebaut werden, denn es ist aus der Lernpsychologie seit langem bekannt, dass Inhalte besser ankommen und hängen bleiben, wenn das Lernverhältnis von Wertschätzung und Sympathie getragen wird.

Dass dem so ist, bestätigt auch Ingrid Patzschke, eine der Patinnen neben Angelika Eisfeld, Marlene Hesse, Barbara Peckert und Alexandra Schneider. Sie begründet ihre Entscheidung zu helfen auch damit, dass sie die Eltern ein wenig entlaste, die eigentlich nach einem langen Arbeitstag selbst Ruhe bräuchten. Und: "Bei mir speziell kommt hinzu, ich habe viele Jahre in der "Suppenküche" gearbeitet. Die gibt es nun nicht mehr. Ich war also plötzlich "kinderlos". Das habe ich nicht ausgehalten."

Frau Witsch, die sich gleich zweimal die Woche in beiden Förderprogrammen engagiert und besonders gern mit Kindern mit Migrationsgeschichte zusammenarbeitet, wollte eigentlich früher gerne Lehrerin werden. Sie meint: "Ich fühle mich gefordert, diesen Kindern zu vermitteln, wie wichtig Deutsch und allgemein Sprache in unserer globalen Welt heute für ihre schulische und spätere berufliche Weiterentwicklung ist."

Es versteht sich von selbst, dass die Schülerinnen und Schüler gerne zu ihren Paten und Intensivierungskräften kommen. 

Aber auch von Seiten der Eltern gibt es großes Interesse, Anerkennung und Lob für diese Aktion der Bernauer Grundschule, die auch vom Sozialfonds Bernau durch Norbert Klauck und von der Kranken- und Bürgerhilfe unter Leitung von Marion Philipp großzügig unterstützt wird.

Wer noch Lust und Zeit hat, sich in dieser Hinsicht zu engagieren, ist jederzeit willkommen. Anfragen können im Sekretariat der Grundschule montags bis donnerstags vormittags unter 08051/8045-0 beantwortet werden.

 

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